Wincent Weiss hautnah

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Es war ein Genuss am Fluss, trotz Regen und Herbstwetter in Wildeshausen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Bis zum letzten Moment hatten Rebecca Breuer, Torsten Koschnitzke und Stefan Iken, die Organisatoren von „Genuss am Fluss“, auf schönes Spätsommerwetter gehofft. Vergebens, der Auftakt am Freitag zur zweiten Ausgabe des Festvials zwischen Alexanderkirche, Hunte und Altem Amtshaus war ziemlich verregnet. „Landpartie bei Sonne kann jeder“, kommentierte Torsten Koschnitzke das Wetter mit Galgenhumor. Und auch die zahlreichen Besucher nahmen die Herbstausläufer mit norddeutscher Gelassenheit.
Als am Abend dann Wincent Weiss die Bühne am Alten Amtshaus enterte, da hörte der Regen prompt auf. Der junge Sänger, der am Tag zuvor noch beim Deutschen Radiopreis in der Hamburger Elbphilharmonie aufgetreten war, wurde von seinen Fans bereits sehnsüchtig erwartet. Besonders die jungen Wincent Weiss Anhänger hatten sich schon seit dem frühen Nachmittag die besten Plätze vor der Bühne gesichert.

Weiss spielte mit seiner Band Songs aus dem aktuellen Album „Irgendwas gegen die Stille“, darunter die jüngste Auskopplung „Frische Luft“. Die Fans konnten die meisten Songs lautstark mitsingen, besonders „Musik sein“ und „Feuerwerk“, mit denen er 2016 und 2017 in die Charts stürmte. Immer wieder suchte Wincent Weiss den direkten Kontakt zu seinem Publikum. Das sorgte mit Feuerzeugen und eingeschaltete Smartphoneleuchten für eine ganz besondere Stimmung unter den mächtigen Bäumen im Garten des Amtshauses.
Zuvor hatten bereits die Band „Gordon“ mit Detlef Blanke am Bass, Wolfgang Lock an der Gitarre und Uwe Gans am Schlagzeug mit Songs Supertramp, Billy Joel, Duran Duran, den Beatles oder Toto auf den Abend eingestimmt.
Die Konzerte am Freitagabend waren aber nur einer der zahlreichen Mosaiksteine, die „Genuss am Fluss“ zu einem Gesamterlebnis werden lassen. Viele weitere Bands der verschiedensten Stilrichtungen bereicherten das Festival. Besonders aber die Landpartie mit Kunst, Handwerk und kulinarischen Köstlichkeiten begeisterten die Besucher. Auf dem Areal unterhalb der Alexanderkirche standen die verschiedensten Food-Trucks und servierten handgemachte Speisen, zum großen Teil mit Produkten aus der Region. So wurde ein alter Feuerwehrwagen zum Truck für Flammkuchen umfunktioniert.
Sah es am Freitagnachmittag noch so aus, als würde der Regen die Pagodenzelte hinwegschwemmen, sorgten viele fleißige Helfer mit ganz viel Stroh dafür, dass die Gäste einigermaßen trockenen Fußes über die Landpartie wandeln konnten.

Am Sonnabend gab es erstmals am Abend eine „Genuss am Fluss-Party“, bei der Dr. Beat zur Sprechstunde bat. Die Band um den Wildeshauser Gitarristen Heere Junker versorgte das Publikum mit therapeutischer Rockmedizin. Alle Partyregister zogen dann die „Atomic Playboys“ aus Hamburg, die bis weit nach Mitternacht für ausgelassene Stimmung sorgten.
Gleich mehrere Wildeshauser Unternehmen sponserten „Genuss am Fluss“ und nutzten das Festival zu einem genussvollen Abend für Kunden und Mitarbeiter. Auch der Zweckverband Wildeshauser Geest feierte seinen 50. Geburtstag im dem stilvollen Ambiente im Schatten der Alexanderkirche. Bei einem Empfang am Freitagabend erinnerte Geschäftsführer Rolf Eilers an die Anfänge des Verbandes, der seit 33 Jahren zudem Naturpark ist. Zum 50-Jährigen Jubiläum gab es ein ganz besonderes Geschenk. Der Landkreis Vechta erklärte nach vielen Jahren der Abstinenz wieder seine Rückkehr in den Zweckverband, so dass künftig die Kommunen aus den drei Landkreis Diepholz, Oldenburg und Vechta im Naturschutz und Tourismusbereich eng zusammenarbeiten.
Während der drei „Genuss am Fluss“-Tage präsentieren die Gemeinden aus dem Naturpark ihre ganz eigenen Besonderheiten. Das Strohmuseum Twistringen zum Beispiel zeigt, wie Strohhüte hergestellt werden. Beim Ziegeleimuseum Wardenburg konnte man erleben, wie einst mit der Hand Ziegel geformt wurden. Dazu gab es viele kleine Köstlichkeiten aus den einzelnen Regionen des Naturparks zu probieren.
Am Sonntagnachmittag zog Torsten Koschnitzke trotz des herbstlichen Wetters ein positives Fazit des diesjährigen „Genuss am Fluss“-Festivals, zumal sich am Sonntag auch die Sonne zeigte. „Der Sonntag hat für alles entschädigt. An den Eingängen hatten wir lange Schlangen“, freute sich Koschnitzke. Als besonders ermutigend empfand er es, dass sich die Besucher nicht durch das wechselhafte Wetter vom Genuss am Fluss abhielten lassen. „Es gab rundweg eine tolle Stimmung auf allen Seiten und wir haben viel Unterstützung und Zuspruch erfahren.“

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