Rechtzeitig eine Pause einlegen

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Auf der Rastanlage Wildeshausen gab es eine bundesweite Aktion gegen Müdigkeit am Steuer

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Sommerzeit ist Urlaubszeit und damit auch die Zeit, in der die ohnehin schon volle Autobahn A1 noch voller wird. Viele sind mit dem eigenen Auto unterwegs in die schönsten Wochen des Jahres. Dabei endet diese Fahrt nicht selten tragisch. Denn viele Autofahrerinnen und Autofahrer verkennen die Gefahr der Müdigkeit am Steuer. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat macht jetzt mit der Aktion „Vorsicht Sekundenschlaf“ auf diese Gefahren aufmerksam.
An der Rastanlage Wildeshausen-Süd an der Autobahn informierten Farhat Maoui und ihr Team Auto- und Lkw-Fahrer über die Möglichkeiten, der Müdigkeit vorzubeugen. „Grundsätzlich sollte man eine längere Fahrt ausgeschlafen antreten;“ betonte Maoui. Außerdem sollte die Reise vorher geplant und eventuelle eine Zwischenübernachtung einkalkuliert werden.

Farhat Maoui und ihr Team informierten die Verkehrsteilnehmer auf der Rastanlage über die Gefahren des Sekundenschlafs. Foto: Martin Siemer
Farhat Maoui und ihr Team informierten die Verkehrsteilnehmer auf der Rastanlage über die Gefahren des Sekundenschlafs. Foto: Martin Siemer

„Etwa 45 Prozent aller Autofahrerinnen und Autofahrer glauben, das sie ihre Müdigkeit durch die Erfahrung ausgleichen können“, zitiert Maoui aus einer Emnid-Umfrage aus dem Dezember 2016. Weitere 43 Prozent beginnen ihre Urlaubsreise zu einer Zeit, in der sie gewöhnlich schlafen. Oftmals werden auch Pausen erst sehr spät gemacht und manche fahren weiter, obwohl sie merken, dass sie müde sind.
Für Lkw-Fahrer klar geregelte Lenk- und Ruhezeiten gibt, die mit digitalen Kontrollgeräten aufgezeichnet werden. Der private Autofahrer hingegen kann seinen tausend kilometerlangen Urlaubstrip nach Spanien oder an den Balaton nonstop runterfahren. Dabei ist die Gefahr des Sekundenschlafs nicht zu unterschätzen. Bei einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometer legt ein Fahrer mit seinem Fahrzeug in einer Sekunde eine Strecke von 33 Metern quasi im Blindflug zurück. Für ein plötzlich notwendiges Bremsmanöver eine Ewigkeit. Wer dabei einen Verkehrsunfall verursacht, der kann möglicherweise wegen Fahrlässigkeit belangt werden. Je nach Schwere der Unfallfolgen droht eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung oder fahrlässiger Körperverletzung mit Geld oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.
„Macht eine Pause bei akuter Müdigkeit“, rieten Farhat Maoui und ihr Team den Autofahrern. Sie verteilten kleine Geschenksets, in denen eine Schlafmaske, eine Parkscheibe mit Fitnesstipps und ein Informationsflyer zu finden sind.
Und die jungen Damen ermunterten die Autofahrer, gemeinsam mit ihnen einige dieser Fitnessübungen gleich vor Ort auszuprobieren.

Viele Auto- und Lkw-Fahrer nutzen die Ratsanlage Wildeshausen an der A1 für eine Pause. Foto: Martin Siemer
Viele Auto- und Lkw-Fahrer nutzen die Ratsanlage Wildeshausen an der A1 für eine Pause. Foto: Martin Siemer

Einer, der sich in der Pause mit frischen Erdbeeren und Joghurt stärkte, war Stephan Pässler aus Schwerte im Landkreis Unna. Er war mit Ehefrau und Sohn auf dem Weg in den Kurzurlaub an die Nordseeküste. „Ich fahre eigentlich nur im Urlaub länger Strecken, aber da sind die Pausen immer eingeplant. Von der Haustür bis hier zur Rastanlage sind es genau 200 Kilometer.“ Pässler achtet auch darauf, vor und während der Fahrt keine schwere Kost zu sich zu nehmen. „Deshalb der Joghurt und das Obst, auch wenn mein Sohn vermutlich gerade drinnen eine Portion Pommes verspeist.“ Für Pässlers sollte es die einzige Pause während der Urlaubsfahrt sein. Nach weiteren eineinhalb Stunden waren sie am Ziel.
Farhat Maoui und ihr Team informierten die Verkehrsteilnehmer auf der Rastanlage noch bis zum Abend über die Gefahren des Sekundenschlafs. Zeitgleich fanden weitere Aktionen auf den Rastanlagen Osterfeld-West an der A9 und Göttingen-Ost an der A7 statt. Bis Ende des Monats ist die Aktion des Deutschen Verkehrssicherheitsrats geplant.

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