Natürlich gemeinsam gärtnern

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Inklusives Projekt in des Wildeshauser Wallanlagen beginnt zu grünen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Idee für ein Gartenprojekt, an dem sich jeder beteiligen kann, ist schon einige Jahre alt. Der Verein „Grüner Planet“ hatte die Idee dazu. Der Verein setzt sich für ein friedliches, multikulturelles Miteinander ein. Ein über 1000 Quadratmeter großes Gartengrundstück am Wall zwischen Westertor und Kaiserstraße steht dem Verein dafür zur Verfügung. „Das Gelände wurde uns vom Eigentümer kostenfrei für die Gartennutzung überlassen“, erklärt Rafael Klein, Vorsitzender von “Grüner Planet“. Nach die Rasenflächen und Beete in den vergangenen zwei Jahren mehr oder weniger vor sich hin grünten, herrscht seit dem Wochenende rege Treiben im Garten.

Am Sonnabend waren Vereinsmitglieder, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeitende der Diakonie Himmelsthür zwei Hochbeete angelegt, Mutterboden verfüllt und sonstige Arbeiten verrichtet. Der Kontakt zur Diakonie Himmelsthür war naheliegend, ist Rafael Jung doch Mitarbeiter im Wohnhaus Kleine Straße, einem Wohnprojekt für Menschen mit Handicap. Und so griffen neben Klein auch seine Kolleginnen Christin Henke, Sylvia Weber und Helga Weller sowie Jens Reisewitz zu Schaufel und Harke. Auch Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer hatte sich Arbeitskluft angezogen und schaute im Garten vorbei. „Aber ganz ehrlich, ich habe noch nicht einen Krümel Erde an den Händen gehabt“, räumte er freimütig, griff sich aber dann doch eine Schubkarre voller Mutterboden. Den hatte die Firma Schelle Erbau spendiert. Juniorchef Maik Scheele und zwei Mitarbeiter packten zudem auch tatkräftig mit an.

Gemeinsam wurde am Sonnabend im Garten am Wall gegärtnert. Foto: Martin Siemer
Gemeinsam wurde am Sonnabend im Garten am Wall gegärtnert. Foto: Martin Siemer

Doch besonders die Menschen, die in den Häusern der Diakonie Himmelsthür leben, waren voller Elan bei der Sache. Uwe von Holten und Hauke Bahr aus der Tagesförderung der Diakonie Himmelsthür zum Beispiel füllten die Hochbeete mit Mutterboden, harkten diese neben.

Hilfe gab es zudem von Stephani Fischer. Die 31-Jährige Tierärztin war vor zwei Jahren Göttingen nach Wildeshausen gezogen. Damals war sie über die Freiwilligenagentur „mischMIT!“ auf das Gartenprojekt aufmerksam geworden. „Ich finde die Freiwilligenagentur eine gute Sache, da hat man einen zentralen Ansprechpartner und muss nicht selber suchen, wo man sich ehrenamtlich engagieren kann.“ Zwar ruhte das Gartenprojekt eine ganze Zeit. Jetzt ist aber auch Stephani Fischer wieder dabei. „Ich bin gerne draußen, möchte einfach in der Natur etwas Sinnstiftendes machen.“ Besonders gefällt ihr am Gartenprojekt, dass sie die ehrenamtliche Arbeit dort mit ihrem Beruf als Tierärztin in Visbek in Einklang bringen kann. „Ich habe ja auch oft am Wochenende Bereitschaftsdienst, da kann man nicht immer weg. Aber hier passt das.“

Zweimal im Monat wollen die Mitarbeitenden der Diakonie Himmelsthür im Garten werkeln, Unkraut jäten und neue Pflanzen setzen. „In den Hochbeeten wollen wir Cocktailtomaten, klein Möhren, Zuckerschoten und ähnlichen anpflanzen. Gemüse, was direkt im Garten verzehrt werden kann, Gemüse-Fingerfood sozusagen“, erklärte Slyvia Weber den Arbeitsplan für die kommenden Wochen. In den Werkstätten Himmelsthür sollen auch noch eine Bank und ein kleiner Tisch aus Palettenholz angefertigt werden. Beides soll in bunten Farben gestrichen werden. Bei jedem Garteneinsatz gibt es für Gärtner Kaffee und belegte Brötchen. „Das gehört dazu“, sagte Weber. Außerdem soll das Blumenbeet entlang des Zauns zum Wall aufgepeppt werden. „Es soll dort richtig schön blühen“, waren sich die Gärtner einig.

Wenn die ersten Arbeiten erledigt und die Beete mit Pflanzen versehen sind, dann soll es im Frühsommer ein Gartenfest geben, zu dem jeder eingeladen ist. Am Sonnabend stärkten sich die Gartenarbeiter nach getaner Arbeit mit Frikadellen, Salaten und kühlen, nicht alkoholischen Getränken.

Weil der Garten jedem offen steht, sind gerne auch weitere Mithelfer gesehen. Wer Lust und Interesse hat, sich im Garten zu bestätigen, der kann sich mit Rafael Klein über die Webseite des Vereins „Grüner Planet“ (www.gruener-planet.com) in Verbindung setzen. Wer sich im Projekt „Natürlich gemeinsam“ engagieren möchte, der kann sich bei der Freiwilligenagentur „mischMIT!“ informieren. Geschäftsführer Thorben Kienert nimmt Anfragen von interessierten Ehrenamtlichen unter der Telefonnummer 04431/7483476 entgegen.

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