Integration bleibt große Aufgabe

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Wildeshausens Integrationsbeauftragte Michaela Kurwinkel informierte über ihre Arbeit

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Zuwanderung von Menschen nach Deutschland und auch nach Wildeshausen ist nicht erst seit 2015 ein Thema für die Kommunalpolitik. Und doch wird oftmals der Begriff Integration mit den Geflüchteten aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan verbunden. Dabei stellen Menschen aus Bulgarien und Rumänien insgesamt die weitaus größte Gruppe unter den insgesamt 3.108 Menschen ohne deutschen Pass, die in Wildeshausen leben. Das berichtete Michaela Kurwinkel, Integrationsbeauftragte der Stadt Wildeshausen, jetzt im Ausschuss für Ordnung, Soziales und Familie des Wildeshauser Stadtrates.

Bei einer Einwohnerzahl von 20.485 Menschen beträgt der Anteil von Bürgerinnen und Bürgern ohne deutschen Pass damit 15,2 Prozent. Dabei sind die Bulgaren mit 1.264 Personen die weitaus größte Gruppe, gefolgt von 400 Polinnen und Polen. 374 Menschen aus dem Irak haben in Wildeshausen eine neue Heimat gefunden, ebenso 181 Syrer und 47 Iraker.

Die vielfältigen Integrationsangebote, die seitens der Stadt Wildeshausen, von sozialen Trägern und vielen ehrenamtlichen Helfern angeboten werden, werden vor allem von den Menschen angenommen, die aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen sind. „Die EU-Bürger, die nach Wildeshausen gekommen sind, sind schwierig zu erreichen, weil sie hier einer Arbeit nachgehen und oftmals nicht die Möglichkeit haben, in der Woche einen Sprachkurs zu besuchen“, berichtete Kurwinkel. Zudem hätten Bulgaren, Rumänen oder auch Polen keinen Anspruch auf eine Sprachförderung oder auf Integrationskurse. Gleichwohl ist die Stadt bemüht, auch diese Menschen zu betreuen. So gibt es in den beiden Treffpunkten „mittendrin“ in der Hermann-Ehlers-Straße und in der Ringstraße verschiedenste Angebote. „In der Hermann-Ehlers-Straße wurden zwölf Hochbeete gemeinsam mit den Bewohnern des Quartiers gebaut“, sagte die Integrationsbeauftragte. Das diene nicht nur dem Miteinander, sondern auch der Identifizierung mit dem Wohngebiet. Dadurch soll vor allem auch der Bereich sauberer gehalten und dem Vandalismus Einhalt geboten werden.

Schwierig sah Michaela Kurwinkel hingegen die Teilhabe in den Sportvereinen. „Die Barrieren sind dort sehr hoch.“ Der VFL Wittekind und auch andere Vereine sind jedoch sehr wohl im Bereich Integration sehr aktiv aufgestellt. Überhaupt wies der Bericht der Integrationsbeauftragten einige Lücken auf. So gab es zu den Angeboten, die zum Beispiel das DRK Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen vorhält, kaum Informationen. Vertagt wurde vom Ausschuss eine gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion und der Ratsabgeordneten Kreszentia Flauger (Die Linke). In dem Antrag wurden Leitlinien für die Integrationsarbeit gefordert. So werden zum Beispiel halbjährliche Informationsveranstaltungen für Geflüchtete, regelmäßige Begrüßungsveranstaltungen oder die Einbindung von deutschen Bürgerinnen und Bürger in die Angebote der Treffpunkte „mittendrin“ gefordert. Zum Teil werden diese Punkte aber schon heute umgesetzt.

Rainer Kolloge (UGW) hinterfragte die finanziellen Auswirkungen für die Stadt. „Wer soll das ernsthaft leisten, mit welchem Aufwand. Das was im Antrag steht ist sicherlich richtig. Aber es muss die Frage erlaubt sein, was das kostet.“ Der Ausschuss verständigte sich darauf, den Antrag zunächst in einem anderen Gremium im Detail zu beraten.

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