Industriegebiet auf den Weg gebracht

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Wildeshauser Stadtplanungsausschuss gibt grünes Licht

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Mit den Stimmen von CDU und SPD hat der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt des Wildeshauser Stadtrates am jetzt die Änderung des Flächennutzungsplans für das Industriegebiet Wildeshausen-West auf den Weg gebracht. Hermann Hitz, Heiner Spille (UWG) sowie Uwe Bock (Piraten) stimmten dagegen. Zuvor gab es erneut eine kontroverse Diskussion über die Notwendigkeit des Industriegebietes an der Autobahnanschlussstelle Wildeshausen-West.

Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) wies daraufhin, dass der Landkreis Oldenburg bisher keine Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplans gegeben habe. Er beantragte, das Vorhaben in diesem Bereich einzustellen und dafür neue Planungen im Bereich Glaner Straße aufzunehmen. Dort liegen derzeit nach seinen Ausführungen rund 70 Hektar ehemaliger landwirtschaftlicher Fläche brach. Der Landwirt habe seinen Betrieb stillgelegt. Sein Antrag fand bei der abschließenden Abstimmung jedoch keine Mehrheit.

Ablehnung gab es auch von der UWG-Fraktion. Hermann Hitz hatte bereits im Vorfeld der Sitzung beantragt, die Beratungen von der Tagesordnung zu nehmen. „Das Thema ist nicht beratungsreif, da wesentliche Informationen für eine sachgerechte Beratung und Entscheidung fehlen“, begründete er seinen Antrag. In der Sitzung kritisierte Hitz, dass den Ausschussmitgliedern die Gutachten zu diesem Tagesordnungspunkt erst Mitte der Woche zugegangen seien. „Mit weiteren Gutachten hat das einen Umfang von 3500 bis 400 Seiten, das kann man in der kurzen Zeit nicht durcharbeiten.“ Hitz wies zudem darauf hin, dann in Ahlhorn, 15 Kilometer von Wildeshausen entfernt, 90 Hektar Industrie- und Gewerbefläche zur Verfügung stünden, es gebe jedoch kaum Interessenten. „Die Nachfrage ist nicht da, insofern ist das hier auch eine Scheindiskussion.“ Sein Fraktionskollege Heiner Spille befürchtete zudem mögliche Auswirkungen die Grundwasserqualität, wenn der vorhandene Wald für das Industriegebiet abgeholzt würde.

Bernhard Block, bis zu Beginn des Monats noch Mitglied der CDU-Fraktion und derzeit fraktionslos, sprach sich ganz klar für das Industriegebiet Wildeshausen West aus. „Wir brauchen diese Flächen, um dort Unternehmen anzusiedeln und mit den Steuereinnahmen unsere sozialen Aufgaben abzufedern“, sagte Block.

Auch der Ausschussvorsitzende Hartmut Frerichs (SPD) gab ein klares Votum für Wildeshausen-West ab. „Wenn man auf der Autobahn A1 von Osnabrück nach Hamburg fährt, dann sieht man, dass an jeder Abfahrt neue Industriegebiete entstehen, nur in Wildeshausen nicht, wir verschlafen das mal wieder.“ Wolfgang Sasse, Fraktionsvorsitzender der CDU, betonte, dass die Planungen für das Industriegebiet bereits angepasst worden seien. „Das Gebiet wurde reduziert, die Verwaltung hat einen guten Job gemacht.“

Am Ende der Debatte nahm der Ausschuss mit den Stimmen von CDU und SPD die Entwurfsplanung an und beschloss die öffentliche Auslegung. Jetzt haben die Träger öffentlicher Belange, Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich mit den Planungen auseinanderzusetzen. Schon in der Vergangenheit hatte es von Anwohnern aus dem Bereich Steinloge in der Gemeinde Großenkneten immer wieder heftige Kritik an dem geplanten Industriegebiet gegeben. Es grenzt im Westen der Stadt Wildeshausen an die Gemeinde Großenkneten.

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