Eine Stadt verändert ihr Gesicht

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Rege Neubautätigkeit in der Wildeshauser Innenstadt

Von Martin Siemer

Wildeshausen. „Wildeshausen 2030“ heißt das Stadtentwicklungsprojekt, mit dem die Kreisstadt ihren Weg in die Zukunft festlegen will. Ein Baustein ist die Entwicklung verschiedener Stadtquartiere. So wird intensiv über die mögliche Nachnutzung des alten Feuerwehrhauses an der Huntestraße nachgedacht. Und auch der Erhalt der ehemaligen Lohgerberei Benecke wird eifrig diskutiert. Andere Projekte sind derweil schon auf den Weg gebracht oder stehen kurz davor umgesetzt zu werden.

In Zwischenbrücken möchte Helmut Rang die Gaststätte durch diesen Neubau ersetzten. Entwurf/3D: Imke Hillmann/Evelin Varnhorn
In Zwischenbrücken möchte Helmut Rang die Gaststätte durch diesen Neubau ersetzten. Entwurf/3D: Imke Hillmann/Evelin Varnhorn

Investor Helmut Rang beabsichtigt das ehemalige Gasthaus „Zum Alten Wittekind“ in Zwischenbrücken abzureißen und gegen ein modernes Wohnhaus zu ersetzen. Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt der Stadt Wildeshausen gab am Donnerstagabend grünes Licht für den Abriss des abgängigen Gebäudes, das nicht unter Denkmalsschutz steht. Zwar sehen es einige Wildeshauser als prägend für den Stadtteil Zwischenbrücken. Doch das Haus wurde in den vergangenen Jahrzehnten so oft umgebaut, dass vom ursprünglichen Charakter kaum noch etwas erhalten ist. Einst eine Gaststätte, beherbergte das Haus in den späten 1970er und 1980er Jahre die Diskotheken „Old Rivertown“ und „Pinguin“. Seit den 1990er Jahren war es wieder Gaststätte, die jedoch seit einige Jahren leer steht. Helmut Rang plant einen Neubau mit sieben Wohneinheiten. Im hinteren Teil des Grundstücks ist ein weiterer Neubau mit sechs Wohnungen geplant. Alle sollen als Eigentumswohnungen vermarktet werden. „Wir werden zuerst zurückbauen und dann den Boden untersuchen“, kündigte Rang an.

Die Gaststätte wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach umgebaut. Foto: Imke Hillmann
Die Gaststätte wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach umgebaut. Foto: Imke Hillmann

Verändern wird sich auch die Ansicht am Marktplatz. War im vergangenen Jahr noch ein größeres Neubauvorhaben in diesem Bereich gescheitert, will das Wildeshauser Bäckerehepaar Jochen und Petra Meyer an der Burgstraße 5, unmittelbar neben dem Stadthaus, einen Neubau errichten. Das jetzt dort stehende Haus gehört der Familien seit eineinhalb Jahrzehnten und steht schon geraume Zeit leer. Eigentlich hatten Meyers geplant, an dieser Stelle ein Café zu errichten. Davon nahmen sie jedoch Abstand. Stattdessen soll jetzt ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, in dessen zweiten Obergeschoss das Paar selbst einziehen wird. Ein nicht ganz unwichtiger Faktor. Denn bei dem gescheitertem Neubauvorhaben aus dem vergangenen Jahr spielte unter anderem auch die Geräuschemissionen des Gildefestes eine gewichtige Rolle. Dass dürfte bei Meyer kaum zum Tragen kommen, gehört Jochen Meyer doch dem Offizierskorps der Wildeshauser Schützengilde an. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sollen insgesamt 220 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit dem Ostrittrumer Architekten Stephan Damke stellte Meyer die ersten Entwürfe bereits Teilen der Wildeshauser Politik und auch Bürgermeister Jens Kuraschinski vor. Ende 2019 soll der Neubau fertig sein.

So soll es am Wildeshauser Marktplatz aussehen, wenn Petra und Jochen Meyer ihren Neubau realisiert haben. Grafik Architekt Stephan Damke
So soll es am Wildeshauser Marktplatz aussehen, wenn Petra und Jochen Meyer ihren Neubau realisiert haben. Grafik Architekt Stephan Damke

Verschwunden aus dem Stadtbild ist bereits seit dem vergangenen Sommer das Gebäude der Oldenburgischen Landesbank an der Westerstraße. An gleicher Stelle errichtet Investor Hermann Berding aus Cloppenburg einen Neubau, in den auch wieder die OLB einziehen wird. Berding gehört auch das ehemalige Postgebäude in der Bahnhofsstraße, das er sanierte und umbaute und in dem die OLB während der Bauphase untergebracht ist. Das alte Gebäude an der Westerstraße stammte aus den 1970er Jahren. Beim Abriss hatte die beauftragte Firma Probleme, den Banktresor zu zerlegen. Aber auch dies gelang nach einigen Mühen, so dass einem Neubau nichts mehr im Wege steht. Weil Berding bereits auch das danebenliegende Gebäude gehört, in dem die EWE untergebracht ist, kann endlich auch die dort befindliche Tiefgarage genutzt werden. Die war bislang wegen einer nicht angepassten Zufahrt nicht möglich.

Gebaut wird von Hermann Berding auch in der Bahnhofsstraße neben dem bereits umgebauten und sanierten alten Postgebäude. Das Haus, in dem einst eine Arztpraxis und später ein Postdienstleister untergebracht waren, bleibt zwar erhalten, wird aber komplett entkernt. Dort sollen sechs Wohnungen entstehen. Verschwunden ist dagegen nur hundert Meter weiter das ehemalige Kaiserliche Postamt an der Ecke Bahnhofstraße / Heemstraße. Das Gebäude, in dem später die Fleischerei Pavel und noch später verschiedene gastronomische Betriebe agierten, weicht einem modernen Wohn- und Geschäftsneubau mit vier Wohnungen im ersten Obergeschoss und zwei Penthouse-Wohnungen im, als Staffelgeschoss ausgelegten, Dachbereich.

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