Einbruch, Hehlerei, Kennzeichendiebstahl

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21-Jähriger steht wegen zahlreicher Straftaten vor Gericht

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Gleich mehreren Anklagen der Staatsanwaltschaft sieht sich ein 21-Jähriger gegenüber, gegen den seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Wildeshausen verhandelt wird. Ihm wird gemeinschaftlicher Einbruch in vier Fällen in der Gemeinde Großenkneten, den Diebstahl eines Kfz-Kennzeichens in Delmenhorst sowie Hehlerei und unerlaubten Waffenbesitz vorgeworfen.

Die Taten ereigneten sich allesamt zwischen Februar 2017 und Oktober 2017. Da zumindest die Einbrüche als Gruppe mit wechselnder Beteiligung begangen worden sein sollen, steht der Vorwurf des schweren Bandendiebstahls im Raum. Für die drei Verhandlungstage sind gleich mehrere Zeugen geladen. Am ersten Prozesstag ging es zunächst um den unerlaubten Waffenbesitz sowie um den Vorwurf der Hehlerei.

Der Angeklagte hatte am 6. Februar 2017 in einem Fachgeschäft in Bremen eine Schreckschusspistole und 50 Schuss Munition gekauft. Rein rechtlich war dies nicht zu beanstanden. Allerdings hätte er die Waffen verschlossen auf direktem Weg nach Haus transportieren müssen. Dies tat er nicht. Nach eigenen Angaben schloss er die Pistole im Bremer Hauptbahnhof in ein Schließfach ein und ging mit einem Bekannten in die Innenstadt. Anschließend nahm er die Waffe wieder an sich, stieg in den Zug nach Oldenburg, um von dort nach Ahlhorn zu fahren, wo er wohnt. In Oldenburg verpasste er den Anschlusszug und überbrückte die Zeit in einer Spielhalle am Bahnhof. Dort wurde er von Polizeibeamten kontrolliert, die die Waffe sicherstellten. Da sich in der Tasche mit der Waffe auch ein sogenanntes Bandana, ein Halstuch befand, konnte man auch von einem geplanten Überfall ausgehen.

Der Vorwurf der Hehlerei war angeklagt, weil der 21-Jährige für den Bekannten, mit dem er die Waffe gekauft hatte, in Bremen Goldschmuck verkauft hatte. Nach eigenen Angaben wusste er nicht, dass der Bekannte diesen Schmuck bei einer Familienangehörigen entwendet hatte. In dem Goldankaufsgeschäft wurde ihm für den Schmuck insgesamt 2700 Euro ausgezahlt. Von diesem Geld soll er seinem Bekannten allerdings nur 1200 ausgehändigt haben. Der Bekannte sagte jedoch vor Gericht aus, er habe das gesamte Geld bekommen, mit dem Angeklagten halbe-halbe gemacht und sich von seinem Anteil unter anderem Schuhe gekauft. In der Vernehmung durch die Polizei hatte er noch etwas anderes behauptet.

Noch am Tag des Verkaufs war seine Familie auf den Diebstahl aufmerksam geworden. Die beiden hatten daraufhin das noch vorhandene Geld an die Familie zurückgegeben, die wiederum am nächsten Tag bei dem Händler in Bremen den Schmuck zurückkaufte. In den kommenden beiden Verhandlungstagen stehen die Einbrüche in der Gemeinde Großenkneten im Fokus. Diese wurden gemeinschaftlich von mehreren Tätern begangen, darunter der Angeklagte, der zurzeit in Untersuchungshaft sitzt.

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