Eichensitzgruppe als Erinnerung im Wald

(Kommentare: 0)

Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen löst sich auf

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Mehr als sechs Jahrzehnte widmeten sich die Mitglieder der Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen dem Erhalt der Natur und genossen diese auf vielfältigste Weise. Im vergangenen Herbst beschloss der Verein jedoch seine Auflösung. Grund war fehlender Nachwuchs, der sich aktiv in die Vereinsarbeit einbringt.
Am Donnerstag übergaben nun Vorstand und Mitglieder der Gesellschaft eine Eichensitzgruppe an Bürgermeister Jens Kuraschinski. Aufgestellt sind die Holzmöbel im Lehmkuhlenwald, welcher der Gesellschaft in all den Jahren besonders am Herzen lag.
„Unser Kassenbestand reichte noch für dieses Abschiedsgeschenk an die Stadt Wildeshausen und die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Bernd Lögering, noch Vorsitzender der Gesellschaft. Bänke und Tisch sollen auch an den Wildeshauser Lehrer Gustav Roggemann erinnern, der die Gesellschaft von 1958 bis 1984 und von 1990 bis zu seinem Tode im Jahre 2001 als 1. Vorsitzender leitete.

Jens Kuraschinski und Bernd Lögering (vorne von links) beim Probesitzen auf der neuen Eichenbankgruppe. Die Mitglieder der Gesellschaft für Naturschutz schauten über die Schultern. Foto: Martin Siemer
Jens Kuraschinski und Bernd Lögering (vorne von links) beim Probesitzen auf der neuen Eichenbankgruppe. Die Mitglieder der Gesellschaft für Naturschutz schauten über die Schultern. Foto: Martin Siemer

Kuraschinski bedauerte es, dass sich der Verein auflöst. „Ich bin ein Freund von Vereinen, die auf ehrenamtlicher Basis etwas für das Gemeinwohl machen“, betonte der Bürgermeister. Er hoffte, dass die Sitzgruppe im Lehmkuhlenwald von möglichst vielen Menschen genutzt werde.
Gegründet wurde die Gesellschaft für Naturschutz im Landkreis Oldenburg am 7. März 1953 in Ostrittrum, zu einer Zeit, als Umweltschutz noch längst keine Modethema war. „Wir sind damit der ältestes Naturschutzverband in der Stadt Wildeshausen, ja im Landkreis Oldenburg“, sagte Bernd Lögering nicht ohne Stolz. Später erfolgte der Namenswechsel in Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen.
Besonders vor der Zeit der Umweltschutzgesetzgebung in den 1970er und 1980er Jahren übernahm der Verein viele Umweltschutzaufgaben. Er widmete sich unter anderem den alten Eichen- und Buchenbeständen auf den Wallanlagen, kümmerte sich um die Storchenwiesen in der Welgenmarsch oder um das Pestruper Moor und Gräberfeld.
1977 feierte die Gesellschaft im Lehmkuhlenwald die Eröffnung des Waldlehrpfades.
Zum 50-Jährigen Bestehen pflanzten die Mitglieder einen Gedächtnisbaum im Arboretum des Rotary-Clubs am Lehmkuhlenwald.
Ein besonderes Augenmerk hatte der Verein immer auch auf den Artenschutz, hier besonders bei den Störchen, den Uferschwalben, Eulen- und Wiesenvögeln oder Fröschen und Lurchen.
Regelmäßig kümmerten sich die Vereinsmitglieder um die zahlreichen Nistkästen, die am Wildeshauser Wall, im Lehmkuhlenwald oder im Hölscherholz installiert sind. Diese Aufgabe übernimmt nun unter anderem die Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg und der NABU.
Auch wenn die Eintragung im Vereinsregister gelöscht wird, die Verbundenheit zur Natur bleibt bei den „Naturschutzgesellschaftern“ erhalten. Die Mitglieder waren sich einig, künftig auch ohne Vereinsstruktur gemeinsame Exkursionen zu unternehmen und sich im Naturschutz zu engagieren. Man trifft sich jedes Quartal zu vogelkundliche Wanderungen, Besuchen besonderer Gärten und Parks oder anderer Naturdenkmäler.

Zurück

Einen Kommentar schreiben