Die Welt braucht mehr Einhörner

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Manuela Grubes erstes Märchenbuch erscheint demnächst

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Torten und Märchen haben eines gemeinsam, mit beiden kann man süße Träume erleben. Mit Torten kennt Manuela Grube sich seit 30 Jahren aus. Die gelernte Konditorin, oder auch Kaloriendesignerin, zaubert in ihrem Café Schräubchen im Hagebaumarkt in Wildeshausen die schönsten dieser süßen Verführungen. Die Kreativität, die sie dabei an den Tag legt, scheint sich auch auf ihr schriftstellerisches Talent auszuwirken. Zur Frankfurter Buchmesse im Herbst erscheint ihr erster Märchenband „Lucas Märchenbuch“ im Brighton Verlag.
Sieben Märchen hat Manuela Grube darin niedergeschrieben. Gedacht waren diese eigentlich als Geschenk für Jan Kralitschka, einem größeren Publikum als RTL Rosenkavalier bekannt. Kralitschka, studierter Rechtsanwalt und Fotomodell feierte im vergangenen Jahr seinen 40. Geburtstag. „Und da ich wusste, dass Jan seiner Tochter gerne Märchen vorliest, hab ich gedacht, das wäre doch etwas.“ Durch das Fernsehen war sie auf Kralitschka aufmerksam geworden. „Der WDR hat ihm geholfen, das Badezimmer in seinem 300 Jahre alten Bauernhof im Siebengebirge zu renovieren“, erzählt Grube. Das handwerkliche Geschick Jan Kralitschkas hatte sie mehr beeindruckt als seine Rosenkavalieraktivitäten. Damals schenkte sie ihm zum Geburtstag eine Spaltaxt. Schließlich sitzt sie im Hagebaumarkt direkt an der Quelle. Im Juli 2014 stand der Beschenkte dann in ihrem Café Schräubchen um sich zu bedanken. Es entwickelte sich eine Freundschaft, die jetzt zum Märchenbuch führte.

Zur Frankfurter Buchmesse erscheint das erste Märchenbuch von Manuela Grube. Foto: Martin Siemer
Zur Frankfurter Buchmesse erscheint das erste Märchenbuch von Manuela Grube. Foto: Martin Siemer

„Sieben Märchen sollten schon in das Buch. Immerhin ist Sieben eine Märchenzahl“, erzählt die frischgebackene Buchautorin und verweist auf die „7 Zwerge“ oder das Tapfere Schneiderlein, das gleich „Sieben auf einen Streich“ erledigte.
„Als ich anfing, war es so, als habe man beim Spielautomaten den Jackpot geknackt. Die Vorstellungen fielen einfach aus mir raus. Ich stand knietief in Ideen, die ich erst einmal alle sortieren musste.“
Diese Ideen dann zu Papier zu bringen, gestaltete sich dann doch etwas aufwendiger. Angefangen hat Manuela Grube im vergangenen Jahr Ende der ersten Juni Woche, Mitte Juli hat Jan Kralitschka. „Bei der ersten Geschichte war es weit nach Mitternacht und ich hatte gerade einmal fünf Seiten geschrieben“, erinnert sie sich. Weitere durchgearbeitete Nächte folgten, mitten in der Hochzeitssaison, in der ihre Torten besonders gefragt sind. Aber der Geburtstagstermin stand ja fest, zu dem das Buch fertig sein sollte.
Womit Manuela Grube allerdings nicht gerechnet hatte, das waren die Kommentare ihrer Freundinnen, die sie zum Korrekturlesen einspannte. „Die waren völlig begeistert und haben mir gesagt, solch ein Buch, das verschenkt man nicht, das verlegt man.“
Für sie war das allerdings kein Thema, zunächst. Denn schließlich sollten ihre Märchen ein Geschenk sein. Ein Geschenk, das Jan Kralitschka ganz besonders freute. „Er hat gefragt, ob ich das tatsächlich selbst geschrieben habe.“
Weil aber ihre Freundinnen nicht locker ließen, fragte sie das Geburtstagskind einige Zeit später, ob er etwas gegen eine Veröffentlichung hätte. Denn immerhin sind einige der Märchen aus der Feder Manuelas Grubes sehr persönlich auf Kralitschka und seine Familie bezogen. So handelt es sich zum Beispiel bei Prinzessin Ellie um den Familienhund. Und auch das Pferd mit den Sternenfunkelaugen gibt es tatsächlich. „Das ist Lucero, das blinde Pferd, dass einer Freundin von Jan gehört.“
Kralitschka willigte jedoch ein und sagte sogar zu, bei einer Veröffentlichung einen Teil der Lesungen zu übernehmen. „Darüber freue ich mich ganz besonders. Aber die Märchen sollen für sich alleine stehen, egal wer die liest.“ Überhaupt findet Manuela Grube, dass unsere Welt mehr Märchen und Einhörner brauche.
Sie will gerne ihren Teil dazu beitragen. „Für einen zweiten Teil sind die ersten Ideen schon zusammen und ich glaube, die reichen auch noch für einen dritten Teil.“
Sie selbst wird aus ihrem ersten Märchenbuch auch lesen. Geplant ist in der Vorweihnachtszeit eine Veranstaltung in „Bauer Uwes Lütje Deel“ in Grad in der Gemeinde Dötlingen. Und auch Schulen haben schon Interesse bekundet. Durch ihre Tortenkreationen und ihr Café Schräubchen ist die Zeit jedoch eingeschränkt. Aber das erste Märchenbuch hat Manuela Grube ja auch in Nachtarbeit geschrieben.

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