Bürgerbus bleibt in der Spur

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Trägerverein verzeichnet steigende Fahrgastzahlen in Wildeshausen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Steigende Fahrgastzahlen, ein solides wirtschaftliches Grundgerüst und ein einstimmig wiedergewählter Vorstand. Beim Bürgerbusverein Wildeshausen gab es während der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend durchweg positive Ergebnisse.

Wenngleich auch der Jahresbericht der Vorsitzenden Renate Hocke einige Baustellen aufzeigte. So konnte das neue Bürgerbusfahrzeug erst Anfang 2017 in Betrieb genommen werden. Geplant war der Einsatz bereits Ende 2016. Und das neue Fahrzeug, aufgebaut auf einem VW-Fahrgestell, bereitet dem Verein von Anfang an Probleme. „Die Batterie entlud sich ständig aus unerklärlichen Gründen, die Karosserie bekam Risse und die Blue Motion Technik im Motor ist nicht so toll wie von VW angepriesen“, listete Hocke nur einige der Punkte auf, die zu ständigen Werkstattbesuchen führten. Übers Jahr gerechnet stand das Fahrzeug insgesamt rund einen Monat in der Werkstatt. „Wir pendeln regelmäßig in die Werkstatt nach Harpstedt“, sagte Hocke. Worauf einer der anwesenden Bürgerbusfahrer scherzhaft vorschlug, dann dorthin gleich eine neue Route einzurichten. Die Anfälligkeit des Fahrzeuges ist auch Grund für einen Rechtsstreits mit VW, bei dem Renate Hocke jetzt aber positive Signale vernommen hat.

Gerda Lehmensiek, Renate Hocke und Annelies Müller (vorne von links) sowie Werner Barkemeyer, Volkmar Hafemann, Hartmut Spillner und Jörg Weißmann (hinten von links) wurden als Vorstand bestätigt. Foto: Martin Siemer
Gerda Lehmensiek, Renate Hocke und Annelies Müller (vorne von links) sowie Werner Barkemeyer, Volkmar Hafemann, Hartmut Spillner und Jörg Weißmann (hinten von links) wurden als Vorstand bestätigt. Foto: Martin Siemer

Die häufigen Ausfälle des neuen Fahrzeuges konnten zum Glück durch den „alten“ Bürgerbus“ ausgeglichen werden, der sich im Eigentum des Vereins befindet. Auch andere Bürgerbusverein griffen auf den Reservebus zurück, was wiederum einige Einnahmen in die Kasse brachte. Diese waren auch dringend notwendig, denn die Reparaturkosten erhöhten sich von rund 14.000 Euro im Jahr 2016 auf 27.000 Euro in 2017, berichtete Schatzmeister Jörg Weißmann. Er hatte das Amt erst im Herbst kommissarisch übernommen. „Der Verein steht auf einer soliden Basis, die Liquidität ist gesichert“, lautete das Fazit seines Kassenberichts. Dazu beigetragen haben auch die stetig steigenden Fahrgastzahlen. Im letzten Jahr transportierte der Bürgerbus 9.393 Fahrgäste. In diesem Jahr soll die 10.000er Marke geknackt werden.

Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde Weißmann offiziell einstimmig zum Schatzmeister gewählt. Auch Renate Hocke, ihr Stellvertreter Volkmar Hafemann, Schriftführerin Gerda Lehmensiek und die Beisitzer Annelies Müller, Werner Barkemeyer, Stefan Bendrien und Hartmut Spillner wurden einstimmig für weiterer zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Bürgermeister Jens Kuraschinski, Mitglied im Bürgerbusverein, lobt das Engagement des Vorstandes und aller Mitglieder. „Ich weiß, welche Leistung von Ihnen tagtäglich erbracht wird. Ich bedanke mich für die Bereitschaft, für die Bürgerinnen und Bürger auf den Bock zu steigen und die Touren zu fahren.“ Renate Hocke lud den Bürgermeister und die Abgeordneten des Stadtrates ein, selbst mit dem Bürgerbus zu fahren. „ Es ist immer gut, wenn man das mal selbst erlebt hat.“ Die Stadt bezuschusst den Fahrbetrieb in jedem Jahr mit 12.000 Euro.

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