Seniorenzentrum Im Hagen

(Kommentare: 0)

Georg Himmel
27793 Wildeshausen

Leserbrief zum Bau einer Seniorenwohnanlage „Im Hagen“, Wildeshausen

Die Mehrheit der Kommunalpolitiker der Stadt Wildeshausen möchten ihre Bürger einer erheblichen Hochwassergefährdung aussetzen. Der Stadtrat hat der Errichtung einer Seniorenwohnanlage auf dem Gelände einer ehemaligen Schlachterei an der Straße im Hagen zugestimmt. Hierzu soll das Gelände, das im Hochwasserschutzgebiet liegt aufgefüllt werden. Der Ausgleich für den Hochwasserschutz soll in der Bauernmarsch erfolgen (geplante Fläche ca. 3300 qm), d.h. hinter der Eisenbahnbrücke.
Die aufzufüllende Fläche beträgt jedoch mindestens 6800 qm und sollte womöglich der Stichweg mitsamt den geplanten 27 Parkplätzen im Schrebergartenbereich auch noch erhöht werden, wäre man schnell bei einer Fläche von bis zu 10.000 qm. Diese Zahlen alleine zeigen, dass die geplante Ausgleichfläche zum Hochwasserschutz deutlich zu klein ist. Des Weiteren liegt die Fläche erst hinter dem „Hochwassernadelöhr“ Eisenbahnbrücke. Alle bisherigen Hochwasser haben diese Problematik mehr als deutlich gemacht.
Mit dieser Begründung wurde ja auch der Hochwasserschutz zum Wohngebiet „Stettiner Straße“ mit einer Deicherhöhung verbessert. Weiterhin erfolgten Hochwasserschutzmaßnahmen auf der östlichen Seite am Stadtumleiter und bei der Errichtung des Gebäudes indem sich das Restaurant „Caruso“ befindet.
Bedenkt man nun auch noch das die Hunte allein in den Jahren 1968,1981,1994, 1995, 1998, 2001,2008, 2011 und 2012 Extrempegel aufzuweisen hat, darf man wohl kaum noch von einem „Jahrhunderthochwasser“ ausgehen!
Bei einem der letzten „Jahrhunderthochwasser?“ konnte ich mit meinem Kajak vom Bootshaus des Wassersportvereins bis zur „Harpstedter Straße“ paddeln. Hierbei nutzte ich die Straße „An der Hunte“, die ca. 50 cm unter Wasser stand. Auch war eine Befahrung der Gärten in Zwischenbrücken möglich. Seinerzeit fehlten nur wenige Zentimeter und das Wasser wäre auch durch die Mühlenstraße und Kokenstraße geflossen.
Die Folgen dieser nun genehmigten Baumaßnahme wird eine erhebliche Gefährdung des Stadtteils „Zwischenbrücken“, dem jetzigen Standort der Feuerwehr und dem Wohngebiet zwischen Stadtumleiter und Marschweg werden. Denn die bislang durchgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen und die geplante Geländererhöhung im Hagen führen zu einem erhöhten Pegelstand bei Hochwasser. Durch das „Hochwassernadelöhr“ wird es einen deutlich höheren Wasserstand geben. Hier hilft eine „Ausgleichsfläche“ hinter der Eisenbahnbrücke rein gar nichts! Diese Maßnahme ist Geldverschwendung und ist nur eine „Beruhigungsmaßnahme“ um den politischen Willen durchzusetzen.
Betroffenen Bürgern der hochwassergefährdeten Bereiche wäre anzuraten, bereits jetzt die Stadt auf Kostenübernahme der zu erwartenden Hochwasserschäden aufmerksam machen um sich entsprechend vertraglich abzusichern, so das jegliche Folgeschäden durch die Stadt Wildeshausen zu bezahlen sind. Dies wären womöglich Millionensummen! Ob dann die Entscheidung des Stadtrates immer noch entsprechend ausfällt?

Mit freundlichen Grüßen
Georg Himmel

 

Zurück