Spaziergänge durch die Geschichte

(Kommentare: 0)

Interessante und spannende Einblicke am Tag des offenen Denkmals.

Von Martin Siemer

Landkreis. Die Zeit der Strandbesuche scheint endgültig vorbei, das Grau des frühen Herbstes legt sich über den Landkreis. Die dicken Mauern der Alexanderkirche oder die kuscheligen Waggons der Museums-Eisenbahn „Jan Harpstedt“ bieten am Wochenende ein attraktives Alternativprogramm.
Die große Basilika in Wildeshausen steht im Mittelpunkt des Festivals „Genuss am Fluss“ in Wildeshausen. Am Sonntag, am „Tag des offenen Denkmals“, gibt es viel über die Kirche und ihre Geschichte zu erfahren.
Der Tag in der Alexanderkirche beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, den Wiltrud Stanszus gestaltet. „Mit unserer Macht ist nichts getan“ betrachtet sie das Motto
„Macht und Pracht“ des „Tag des offenen Denkmals“ von einer anderen Seite.
Den ganzen Nachmittag gibt es verschiedene Kirchenführungen mit den Gästeführerinnen des Verkehrsvereins Wildeshausen. Außerdem informiert der Orgelförderverein an beiden Tagen über den geplanten Neubau der Orgel in der Alexanderkirche und die Freilegung der Rosette im Westwerk.

Spazierengehen in der Stadt Wildeshausen um 1900: Das Bild zeigt eine Szene auf der Huntebrücke, im Hintergrund Zwischenbrücken. Bild: Sammlung Kolloge
Spazierengehen in der Stadt Wildeshausen um 1900: Das Bild zeigt eine Szene auf der Huntebrücke, im Hintergrund Zwischenbrücken. Bild: Sammlung Kolloge

Nicht weit vom Kirchenbau entfernt liegt das Dampfkornbrennereimuseum, welches am Sonntag ebenfalls seine Türen öffnet. Auf drei Etagen ist dort eine Fotoausstellung mit Wildeshauser Motiven zwischen Wall und Zwischenbrücken von 1900 zu sehen. Gerade mal 2280 Einwohner hatte die Stadt damals. Die Zahl der Gaststätten war hoch, der Verkehr auf den Straßen gering, die Hunte hatte noch einen anderen Verlauf.
Im zweiten Obergeschoss läuft zeitgleich die Ausstellung „Operation Neptune“ über die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie, die als entscheidende Wende im Zweiten Weltkrieg gilt. Gerd von Seggern, „Macher“ der Ausstellung, steht für Fragen zur Verfügung. Am Nachmittag bieten Mitglieder des Brennereivereins Führungen durch das Gebäude an und nehmen mit in die Zeit, als die Dampftechnik noch das Tempo bei der Produktion vorgab.
Einblicke in die Technik gewähren auch die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde. Ihr Buffetwagen ist seit 25 Jahren im Einsatz. Aus diesem Grund steht er am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr am Bahnsteig und ist für Kaffeegäste geöffnet. Joachim Kothe führt die Gäste zudem in etwa halbstündigem Turnus über das seit über 100 Jahren in dieser Form bestehende Bahngelände zur Fahrzeughalle der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde. Dort sind neben ebenfalls historischen Werkzeugen und Fahrzeugteilen zwei Dampflokomotiven, drei Dieselloks und etliche Personenwagen untergebracht. „Und ganz vielleicht, wenn es die Personalsituation zulässt, gibt es auch Fahrten mit der Handhebeldraisine vom Bahnsteig zur Halle und zurück“, verrät er.
Vor dem Abstecher zu den Eisenbahnfreunden bietet sich noch der Besuch der Harpstedter Mühle an. Dort hält P.i.R. Werner Richter um 10 Uhr einen Gottesdienst, der sich mit der Mühle beschäftigt. Ein Ort, an dem die Menschen ihren Lebensunterhalten verdienten. Richter wird auf die Sprache eingehen, die die unterschiedlichen Stellungen der Mühlenflügel sprechen.
Ausklingen lassen kann man den Tag des offenen Denkmals mit einem Konzert um 17 Uhr in der Dötlinger St.-Firminus-Kirche. Gestaltet wird das Programm vom Chörchen unter der Leitung von Markus Häger und vom Posaunenchor der Kirchengemeinde unter der Leitung von Christoph Buldt. Zu hören gibt es mit moderne Stücken sowie fröhliche und besinnliche Beiträge.

Zurück

Einen Kommentar schreiben