Auf Schusters Rappen durch den Naturpark

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Wildeshauser Geest soll für Wanderer wieder attraktiver werden

Von Martin Siemer

Wildeshausen/Landkreis. Wer die Wildeshauser Geest erleben möchte, der kann das mit dem Rad auf gut ausgebauten Radwegen. Oder mit dem Kanu auf den Flüssen und der Region. Ein wenig stiefmütterlich wurden in den vergangenen Jahren die Wanderer behandelt, die die Natur des Naturparks zwischen Wardenburg und Twistringen, Ganderkesee und Visbek auf Schuster Rappen durchstreifen.
Das soll sich bald ändern. Der Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest hat sich vorgenommen, die bestehenden Routen zu überarbeiten und vorhandenen Wanderwege in den einzelnen Gemeinden und Städten zu reaktivieren.
Eine Auftaktveranstaltung in dieser Woche im Kreishaus des Landkreises Oldenburg gab quasi den Startschuss für die wanderfreundliche Aktion.
Alissa Rottmann, Mitarbeiterin des Zweckverbandes, ist für das Projekt verantwortlich. „Wenn wir den Ist-Zustand der Wanderwege betrachten, da gibt es ein unübersichtliches Angebot. Eine Bestandsaufnahme ist längst überfällig“, sagte Rottmann während der Veranstaltung vor gut 70 Teilnehmern. Zu ihnen gehörten sowohl Tourismusfachleute, Gästeführer und Wanderwarte, aber auch Vertreter von Landesforst und Naturschutzverbänden. Die Veranstaltung war auch eine willkommene Gelegenheit zum Austausch der Akteure untereinander.

Die Schönheit der Wildeshauser Geest soll man künftig auch wieder beim Wandern genießen können. Archivfoto: Martin Siemer
Die Schönheit der Wildeshauser Geest soll man künftig auch wieder beim Wandern genießen können. Archivfoto: Martin Siemer

Die Teilnehmer ließen sich von Matthias Behrends-Egge über die aktuellen Entwicklungen beim Wandertourismus informieren. Der Tourismusexperte wies auch auf die großen Chancen hin, die sich daraus für die Wildeshauser Geest bieten.
Um das zu erreichen, müssen die Wanderwegen gepflegt und vor allem ordentlich ausgeschildert sein. Das betonte Eric Magut vom Deutschen Wanderverband in seinem Vortrag. Sowohl Magut als auch Behrends-Egge konnten auf zahlreiche positive Beispiele aus der Praxis verweisen.
Auch wenn die Kommunen in der Wildeshauser Geest durchaus vom Tourismus profitieren, die Umsetzung der touristischen Arbeit erfolgt vielfach auf ehrenamtlicher Basis. Da sind die unzähligen Gästeführerinnen und Gästeführer, die den Touristen von der Geschichte der Dörfer und Städte erzählen. Und die Ehrenamtlichen, die sich um die Pflege der Wanderwege kümmern. In Wildeshausen zum Beispiel hatte Peter Hahn im Jahr 1983 die insgesamt und 77 Kilometer langen Wanderwege ausgeschildert und 31 Jahre ehrenamtlich betreut. Inzwischen nimmt Carsten Maas diese Aufgabe wahr, ebenfalls ehrenamtlich,
Der Zweckverband wird die Umsetzung des Projektes jetzt Stück für Stück angehen. Zunächst wird es eine Bestandsaufnahme geben. Dazu wird es im September eine Schulung durch den Deutschen Wanderverband geben, bei der sogenannte Bestandserfasser ausgebildet werden, die nach bestimmten Qualitätskriterien arbeiten. „Wir brauchen dabei die Unterstützung der Menschen aus der Region“, sagte Alissa Rottmann. Denn niemand kenne sich im Naturpark besser als, als die Menschen die hier leben. Zudem werden sich Arbeitsgruppen in den einzelnen Kommunen in der Wildeshauser Geest mit den Wanderwegen vor Ort befassen.
Rottmann und der Zweckverband sehen sich als Schnittstelle, die organisiert, koordiniert und teilweise auch finanziert, wie zum Beispiel die Schulung. „Unser Ziel ist eine einheitliche, überregionale Vermarktung im Wandertourismus“, blickte Rottmann in die Zukunft.
Am Ende einer langen Veranstaltung war Alissa Rottmann mehr als zufrieden. „Für uns war es sehr schön zu sehen, dass das Interesse an diesem Thema so groß ist“, sagte sie, im Bewusstsein, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnt.

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