Von der Moldau ans Ende der Welt

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Ingo Poth dirigierte zum 25. Mal das Eröffnungskonzert des Musikkorps Wittekind

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Seit nunmehr 58 Jahren besteht das Musikkorps Wittekind. Und mit jedem neuen Jahr scheint sich das Orchester ein Stück weiter in den Musikolymp vorzuarbeiten. Den Eindruck konnten zumindest die Besucher des diesjährigen Eröffnungskonzert gewinnen, das am Sonnabend in der Widukindhalle über die Bühne ging. Die Bandbreite des Konzertprogramms reichte von „Das große Tor von Kiew“ aus der Suite „Bilder einer Ausstellung“ von Petrowitsch Mussorgski bis hin zum “Best of Toto“, einem Medley mit den bekanntestes Stücken der Rockband aus Los Angeles.

Uwe Leinemann (links) und Conny Wolter (rechts) bedankten sich bei Ingo Poth für dessen 25-Jährige Dirigententätigkeit. Foto: Martin Siemer
Uwe Leinemann (links) und Conny Wolter (rechts) bedankten sich bei Ingo Poth für dessen 25-Jährige Dirigententätigkeit. Foto: Martin Siemer

Für Ingo Poth war es ein ganz besonderes Konzert, denn es war sein 25. Mitten im Konzert hatte sich das Orchester eine Überraschung ausgedacht. Als Poth kurz das Dirigentenpult verließ, stimmten die Musikerinnen und Musiker zu seiner Überraschung Preußens Gloria an. Conny Wolter, Geschäftsführerin des Musikkorps, sorgte für Aufklärung. In einer launigen Laudatio ließ sie einige Streiflichter aus dem Wirken Poths aufblitzen, begleitet von Bildern, die auf eine Leinwand eingespielt wurden. Wolter und Uwe Leinemann, Vorsitzendes Orchesters, bedankten sich bei Poth mit einer Urkunde und einem Präsent.

Einmal mehr spielte das Musikkorps Wittekind ein bemerkenswertes Eröffnungskonzert.. Foto: Martin Siemer
Einmal mehr spielte das Musikkorps Wittekind ein bemerkenswertes Eröffnungskonzert.. Foto: Martin Siemer

Seit einem Vierteljahrhundert treibt der Dirigent das Orchester zu immer neuen musikalischen Höhepunkten. In diesem Jahr war es die „Carmina Burana“, eine szenische Kantate von Carl Orff, von der das Orchester einige Sätze spielte und dabei mit dem konzertanten Zusammenspiel überzeugte.

Schaurig und gruselig wurde es bei „Das Waschweib“, ein Orchesterstück aus der Feder von Alexander Reuber. Ralf Möllmann, Saxophonist im Musikkorps, erzählte die Geschichte der Dienstmagd, die das Testament ihres Dienstherrn zu ihren Gunsten fälschte und nach ihrem eigenen Tod als Geist umher wandelte.

Die Konzertpause wurde eingerahmt vom Kinder- und vom Jugendorchester. Beide Ensembles werden Orchester übergreifend an der Musikschule des Landkreises Oldenburg ausgebildet. Während die Kinder sich als Konzertbeiträge „Astrid Apfelkuchen“ und Fünf kleine Fische“ ausgesucht hatten, spielten die Jugendlichen „Music“ von John Miles.

Gleich zweimal nahm das Orchester das Publikum mit auf eine Schiffsreise. Zunächst ging es die Moldau hinab, von den Quellflüssen bis zur Elbmündung. Genauso, wie es Bedrich Smetana in seiner gleichnamigen Komposition beschrieben hat. Den Abschluss des zweieinhalbstündigen Konzertabends bildete die Titelmelodie aus dem Film „At World's End“ von Hans Zimmer aus der Filmreihe „Fluch der Karibik.“

Ohne Zugabe kam das Musikkorps jedoch nicht von der Bühne. Christoph Wolter begeisterte als Solist am Xylophon beim Stück „Erinnerungen an Zirkus Renz“. Und mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch entließ das Musikkorps sein Publikum in den späten Samstagabend.

 

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