Repressalien zum Trotz

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LiLi-Servicekino zeigt in der Matinee am Sonntag den Dokumentarfilm Ludwigs Absprung

Wildeshausen (msi/pm). Einen besonderen Film zur Zeitgeschichte Deutschlands zwischen 1956 und 1967 gibt es am Sonntag, 28. Mai, um 11.30 Uhr im LiLi-Servicekino in der Huntestraße 11 zu sehen. Im Rahmen der Matinee am Sonntag wird „Ludwigs Absprung“, der Regisseurin Karla Sonntag gezeigt. Sonntag wird während der Matinee persönlich anwesend sein, so dass mit ihre über den Film diskutiert werden kann.
Protagonist Ludwig Sasse studierte 1956 in Dresden an der Fachschule für Eisenbahnwesen und war Repressalien ausgesetzt, nachdem er als Mitglied der Jungen Gemeinde sich weigerte der FDJ beizutreten und bei einer Abstimmung zur Einführung der Wehrpflicht als Einziger dagegen gestimmt hatte.

Mali Sasse (links) im Gespräch mit ihrem Vater Ludwig Sasse. Foto: Karla Sonntag
Mali Sasse (links) im Gespräch mit ihrem Vater Ludwig Sasse. Foto: Karla Sonntag

Die Dokumentation erzählt von einem unbegleiteten jugendlichen Flüchtling: Ludwig Sasse war 17 Jahre alt, als er 1956 als einer von drei Millionen Menschen vor dem Bau der Berliner Mauer aus der DDR floh. Ganz banal fuhr er mit der S-Bahn von Ostberlin nach Westberlin und auch im Lager „für jugendliche männliche DDR-Flüchtlinge“ in Sandbostel bei Rotenburg sind ihm traumatische Erlebnisse erspart geblieben.
Es wird Zeitgeschichte von 1956 bis 1967 anschaulich behandelt und bebildert. Reizvoll unterstreichen die selbst gemalten Bilder von Ludwig Sasse das Gespräch zwischen den Generationen.
Der Film zeigt eindrucksvoll, wie Ludwig Sasse es schaffte, sein Leben und die Liebe in die eigene Hand zu nehmen. Er lebt heute als erfolgreicher Architekt und Künstler in Bremen.
Regisseurin Karla Sonntag verwebt gekonnt Ludwigs persönliche Erinnerungen mit seiner Malerei. Der Film lässt die bewegende Zeitgeschichte Deutschlands zwischen 1956 und 1967 lebendig werden. Dabei wirkt der charismatische Ludwig Sasse inspirierend. Er macht Lust auf das Leben und die Liebe.

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