Ein hölzernes Jubiläum

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Tausende Besucher bei den 10. Harpstedter Holzheiztage

Von Martin Siemer

Harpstedt. Wer am Wochenende im Harpstedter Wald am Horstedter Weg unterwegs war, der konnten den Eindruck gewinnen, dass es dort mehr Menschen gab als Bäume. Die 10. Harpstedter Holzheiztage lockten bei knackig kaltem, sonnigen Winterwetter tausende Besucher an. Zum kleinen Jubiläum hatte Revierförster Eberhardt Guba mit seinem Team den Wald erneut eine wahre Erlebnisfläche verwandelt. Auf rund 1,5 Kilometern zeigten vierzig Aussteller alles rund um Holzeinschlag, Holzverarbeitung, Brennholzgewinnung und vielerlei Produkte aus Holz.

Die 10. Harpstedter Holzheiztage lockten bei knackig kaltem, sonnigen Winterwetter tausende Besucher an. Foto: Martin Siemer
Die 10. Harpstedter Holzheiztage lockten bei knackig kaltem, sonnigen Winterwetter tausende Besucher an. Foto: Martin Siemer

Klaus Jänich, Vizepräsident der niedersächsischen Landesforsten, erinnerte während seiner Eröffnungsrede an die Anfänge der Holzheiztage. „Ich war 1989 Referendar im damaligen Forstamt Syke / Harpstedt. Anfang und Mitte der 1990 Jahre war der Brennholzmarkt überhaupt noch nicht existent.“ 1999 allerdings begann Revierförster Guba verstärkt Brennholz zu vermarkten. Zur gleichen Zeit plante der BUND einen Waldkindergarten in eben jenem Wald einzurichten, in dem auch heute noch die Holzheiztage stattfinden. Die Idee eines Informationstages „Heizen mit Holz“ war geboren, der Waldkindergarten Nutznießer, den der Erlös der Veranstaltung in Höhe von damals 2.500 D-Mark kam dem Kindergarten zugute. „Bei der ersten, damals noch eintägigen Veranstaltung, haben wir die Besucher noch richtig gezählt. 1.000 waren es bei der Premiere“, erinnerte sich Eberhardt Guba.

Zum zehnjährigen Jubiläum strömte diese Besuchermenge schon am Sonnabendvormittag in den Wald am Horstedter Weg. Auf dem gefrorenen Waldweg spazierten sie vorbei an Anbietern von Brennholz, Holzhackschnitzel oder Holzpellets. Rund eine Million Holzfeueranlagen gibt es in Niedersachsen, bei etwa acht Millionen Einwohnern. In ihnen werden drei Millionen Kubikmeter Holz verfeuert, darunter allerdings auch Altholz oder Holz aus der Garten- und Landschaftspflege. Etwa 2,1 Millionen Kubikmeter stammen aus dem Holzeinschlag. Die Landesforsten selbst schlagen zwischen 1,8 und zwei Millionen Kubikmeter im Jahr. Günter Westermann, stellvertretender Landrat des Landkreises Oldenburg und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hunte-Weser betonte, dass im Landkreis Oldenburg etwa die Hälfte der Waldflächen in privater Hand liegen.

Filigran entlockten die Harzer Motorsägenschnitzer mit ihren Sägen den Holzstämmen Eulen, Vogelhäuser oder Laternen. Foto: Martin Siemer
Filigran entlockten die Harzer Motorsägenschnitzer mit ihren Sägen den Holzstämmen Eulen, Vogelhäuser oder Laternen. Foto: Martin Siemer

Überall standen mächtige Maschinen zum Holzeinschlag und zur Holzverarbeitung. In einem mobilen Sägewerk konnten die Besucher vor Ort verfolgen, wie aus Baumstämmen Bretter entstanden. Gleich zu Beginn des Ausstellungspfades sorgten mächtige Kaltblutpferde für interessierte Blicke der Besucher. Die mächtigen Pferde zeigten, wie auch heute noch bodenschonend und ohne Einsatz moderne Technik geschlagene Bäume aus dem Wald transportiert werden.

Andere Anbieter präsentierten kleine Geräte für den Hausgebrauch. Mit ihnen lassen sich ohne großen Kraftaufwand die Baumstücke spalten und kamingerecht aufbereiten. „Wer mit Holz heizt, der schwitzt immer zweimal. Erst beim Spalten, dann vor dem Kamin“, sagte Hermann Meyer aus Drentwede und lachte. Er kommt seit Jahren als Besucher zu den Holzheiztagen. „Diesmal passt auch das Wetter. Ich war aber auch schon mal bei strömendem Regen hier.“ In diesem Jahr aber passte alles zusammen.

Für Groß und Klein gab es jedoch nicht nur viel zu sehen, an vielen Ständen konnte man auch selbst aktiv werden. Karl-Heinz Krüger zeigte, wie man selbst Nistkästen baut. Ein gutes Augenmaß brauchte man beim Pfundsägen. Dabei ging es darum, von einem Stamm ein Stück abzusägen, das möglichst genau 500 Gramm wiegt. Das Mann mit Motorkettensägen noch mehr anstellen kann, als Bäume zu fällen und klein zu sägen, dass zeigten die beiden Harzer Motorsägenschnitzer Rainer Füllgrabe und Michael Damm. Filigran entlockten sie mit ihren Sägen den Holzstämmen Eulen, Vogelhäuser oder Laternen.

Entlang des Weges loderten Holzfeuer, an denen sich die Besucher wärmen konnten. Zudem gab es zahlreiche Stände mit Glühwein, Glühbier oder anderen heißen Getränken. Dazu Wildbratwurst, frisch geräucherte Forellen aus der Teichwirtschaft Ahlhorn oder andere Leckereien. Das Forstamt Ahlhorn, zudem die Revierförsterei Harpstedt gehört, informierte über die Arbeit der Landesforsten und über die Edelkastanie, den Baum des Jahres. Revierförster Eberhardt Guba und Rainer Städing, Pressesprecher der Landesforsten waren am Sonntagnachmittag dann auch sichtlich zufrieden vom dem Verlauf der Veranstaltung. „Die Besucher sind da, das Wetter passt, wir sind richtig glücklich“, sagte Städing.

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