Streit um Haus der Begegnungen

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Jetzt versucht auch Gästeführerin Elise Plietsch die Wogen zu glätten

Von Martin Siemer

Dötlingen. Kein anderes Thema wird in Dötlingen derzeit so stark diskutiert wie der geplante Bau eines Haus der Begegnungen, kurz auch Kulturpavillon genannt. Der Dötlinger Detlef Knechtel (95) hatte der Dötlingen Stiftung 1,5 Millionen Euro zugesagt, mit der einzigen Bedingung, das Geld für ein Haus für alle Generationen des Dorfes zu verwenden.
In die kontroversen Diskussion um den geplante Haus der Begegnungen im Dötlinger Dorfgarten hat sich jetzt auch Dötlingens quirlige Gästeführerin Elise Plietsch alias Dette Zingler eingeschaltet. Ganz auf der Höhe der Zeit nutzt die resolute Quasselstrippe die Sozialen Medien und gibt in zwei Youtube-Videos Befürwortern und Kritikern des Projektes Gelegenheit, ihre Sichtweisen kundzutun.
Wobei nur die Dötlingen Stiftung diese Chance wahrnimmt. Harald Meyer als Vertreter der Stiftung stand Rede und Antwort. Sprecher der Bürgerinitiative „Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt – ABJ“ wollten im Dorfgarten nicht vor die Kamera des Dötlinger Journalisten und Filmemachers Peter Kratzmann. Deshalb las Elise Plietsch die Gegenargumente vom Blatt ab.

Im Dötlinger Dorfgarten wurden die beiden Youtube-Videos mit Elise Plietsch gedreht. Foto: Peter Kratzmann
Im Dötlinger Dorfgarten wurden die beiden Youtube-Videos mit Elise Plietsch gedreht. Foto: Peter Kratzmann

Knapp 400 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative im 1500 Einwohnerdorf Dötlingen gegen das Projekt gesammelt. Einige Mitglieder der ABJ möchten die stattliche Summe in andere Projekte in Dötlingen investieren, das aber würde dem Wunsch des Stifters entgegenstehen. Vor allem der Standort im Dorfgarten, innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes, wird abgelehnt. Auch weil es sich hierbei um eine Ausgleichsfläche für Gewerbenutzungen handelt.
„Der Dorfgarten als Kleinod wird vom NABU gepflegt. Diese ehrenamtliche Arbeit wird nicht berücksichtigt“, erklärt Peter Hiltrop von der ABJ auf Nachfrage dieser Zeitung. „Es gibt auch einige in unserer Gruppe, die lehnen dieses Projekt als solches ab, weil sie unter anderem nicht den Bedarf für eine weitere kulturelle Begegnungsstätte sehen“, so Hiltrop weiter. Vor allem aber wird der bisherige Verlauf der Planungen kritisiert. „Es gab eine lange Phase der Geheimhaltung“, betont Hiltrop. Er vermisst zudem ein wirtschaftlich belastbares Konzept seitens der Dötlingen Stiftung.

Elise Plietsch widmet sich in gewohnt offener Art dem Thema „Kulturpavillon“ oder auch „Schnackschuppen“, wie sie das Bauvorhaben bezeichnet. Sie möchte die teilweise emotional geführte Diskussion versachlichen. „Wir wollen viele Menschen erreichen, damit sich alle eine eigene Meinung bilden können“, erklärt sie im Video. Nur so könne man wissen, ob es gut ist, dass der Schnackschuppen nach Dötlingen kommt. „Lohnt sich das für uns, oder lohnt es sich nicht? Wollen wir das oder lassen wir es lieber?“.
Einige der Argumente der ABJ hinterfragt Elise Plietsch. „Kann man kulturelle Begegnungsstätten in der heutigen Zeit überhaupt genug haben? Und weißt heißt kulturelle Begegnungsstätte? Das soll ein Haus für alle werden, generationenübergreifend für die Zukunft“, wirbt sie. Und die sei wichtig. „Wir sind kein Museumsdorf. Wir sind ausgezeichnet worden mit einem Goldpreis für 'Unser Dorf hat Zukunft' und die ist wichtig für uns alle, für die Älteren und die Jungen“, erinnert sie.

Elise Plietsch alias Dette Zingler hofft, mit ihren beiden Filmen etwas für die Aufklärung und für die Rückkehr in Gesprächsrunden rund um das Vorhaben zu tun. Der gespaltene Zustand in der Dorfbevölkerung ist für sie gänzlich unakzeptabel. „Wir müssen uns alle wieder in die Augen schauen können“, findet Elise abschließend.
Zu sehen ist die harmoniebedürftige Gästeführerin auf Youtube. Film 1 finden Sie hier, Film 2 hier.

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