Ralf Spille kandidiert nicht wieder

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Dötlingens Bürgermeister verzichtet auf Kandidatur 2021

Von Martin Siemer

Dötlingen. Ralf Spille, seit November 2014 Bürgermeister der Gemeinde Dötlingen, kandidiert im kommenden Jahr nicht erneut für dieses Amt. Das teile Spille am vergangenen Donnerstag dem Verwaltungsausschuss des Dötlinger Gemeinderates mit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus informiert Spille am vergangen Freitag. Damit ist Spille, mit dem Delmenhorster Oberbürgermeister Axel Jahnz und Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken, der dritte Hauptverwaltungsbeamte, der nicht für eine Wiederwahl antritt. Ralf Spille war 1981 als 25-Jähriger erstmals für die CDU in den Dötlinger Gemeinderat gewählt worden. Zehn Jahre saß er in diesem Gremium. 2011 kandidierte er erneut, wurde in den Gemeinderat und gleichzeitig auch in den Kreistag gewählt, bis er 2014 auf dem Bürgermeistersessel wechselte.

Ralf Spille verzichtet auf eine weitere Amtszeit als Dötlinger Bürgermeister. Foto: Martin Siemer
Ralf Spille verzichtet auf eine weitere Amtszeit als Dötlinger Bürgermeister. Foto: Martin Siemer

Spille, der in diesem Monat 64 Jahre alt geworden ist, nannte sein Alter als Grund für den Rückzug. Nach den neuen Regelungen für die Amtszeiten der Hauptverwaltungsbeamten dauert die nächste Amtsperiode ab November 2021 dann fünf Jahre. Spille wäre bei einer erneuten Kandidatur und Wiederwahl am Ende dieser Amtszeit 70 Jahre alt.

Spille hat auch darüber nachgedacht, ob er eventuell schon im April 2021 aus dem Amt scheidet. Dann ist er 65 Jahre alt. Der neue Bürgermeister oder die neue Bürgermeisterin hätte dann ausreichend Zeit, sich einzuarbeiten, bis die Haushaltsberatungen anstehen. „Das wird keine leichte Aufgabe“, sagte Spille im Gespräch mit unserer Zeitung. Zumal die Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht abzuschätzen sind. Die Gemeinde Dötlingen hat, wie auch die Stadt Wildeshausen, jetzt eine Haushaltssperre erlassen.

CDU-Mitglied Ralf Spille hatte 2014 die Bürgermeisterwahl gegen Gerrit Meyer (SPD) gewonnen. Damals suchten CDU, SPD, FDP und Grüne gemeinsam nach geeigneten Kandidaten. Der damalige Amtsinhaber Heino Pauka hatte auf eine dritte Amtszeit verzichtet. Dieser „Dötlinger Weg“, das sachliche Miteinander aller politischen Parteien, könnte auch jetzt wieder zum Tragen kommen. Das lässt sich den Statements der Ratsfraktionen nach Spilles Ankündigung entnehmen.

„Ich respektiere diese Entscheidung von Ralf Spille und danke ihm herzlich für die Arbeit der vergangenen Jahre“, sagte Thore Güldner, Fraktionsvorsitzender der SPD. Nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als ehrenamtliches Ratsmitglied und Kreistagsabgeordneter habe Spille über Jahrzehnte die politische Landschaft in der Gemeinde geprägt und maßgeblich mitgestaltet. Die SPD wolle in den kommenden Wochen erste Gespräche mit möglichen Kandidaten führen. Auch die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten mit einer anderen Partei schließt Güldner nicht aus. „Wir werden mit den demokratischen Parteien in der Gemeinde das Gespräch suchen und Wege einer möglichen Zusammenarbeit sondieren.“

Ditte Höfel, Fraktionsvorsitzende der CDU, bedauert Spilles Entscheidung. „Nicht nur weil wir einen CDU-Bürgermeister verlieren, sondern auch weil wir die Art seiner Arbeit sehr schätzen.“ Die Politik müsse jetzt die Zeit nutzen, um sich mit der Auswahl eines neuen Kandidaten auseinanderzusetzen. „Soll ein eigener Kandidat aufgestellt werden oder versucht man, mit den im Rat vertretenen Parteien einen gemeinsamen Kandidaten zu finden und zu unterstützen? Zum jetzigen Zeitpunkt stehe ich persönlich einer Zusammenarbeit mit den anderen Ratsparteien ganz offen gegenüber“, sagte Höfel unserer Zeitung.

Und auch Claus Plate, Fraktionsvorsitzender der FDP, kann sich einen gemeinsamen Kandidaten mehrerer Parteien vorstellen. „Um einen geeigneten Nachfolger zu finden, haben wir bereits Gespräche mit den anderen Parteien geführt. Es liegt natürlich in unserem Interesse, hier einen geeigneten Kandidaten zu finden, der sowohl für die Verwaltung als auch für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Dötlingen positiv und schwungvoll durch die neue Amtsperiode führt.“

Gabriele Roggenthien (Bündis90/Grüne) hat Verständnis für Spilles Entscheidung. Gleichwohl bedauert auch sie diese. „Als Nichtverwaltungsmensch musste sich Ralf Spille erst in die Materie einarbeiten. Und jetzt, wo es rund läuft, müssen wir uns einen neuen suchen.“ Auch die Grünen stehen einem möglichen gemeinsamen Kandidaten mit anderen Ratsfraktionen offen gegenüber.

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